Samstag, 6. Dezember 2008

SPD wählt die Vergangenheit

Wieder einmal hat sich die unvermeidliche Parteivorstandsdiktatur der Sozialdemokraten durchgesetzt und diesmal dafür gesorgt, dass Gewerkschaftsfunktionär und Nicht-Bielefelder Schneider Bundestagskandidat wird. Damit hat man sich nicht nur für die Rückkehr zu unrealistischer 70er-Jahre-Sozialromantik entschieden, sondern sich auch jede Chance verbaut, über moderne, progressive Politik die gesellschaftliche Mitte zurückzugewinnen. Der Vorgang zeigt, dass sich die versammelten Funktionäre der Bielefelder SPD mittlerweile mental ihren hessischen Genossen angepasst haben: Die Partei wird zum Mikrokosmos; zu dem Ort, an dem man sich, ungestört von der lästigen Realität dort draußen, gegenseitig die eigene beratungsresistente Parteidoktrin und -ideologie hoch und runter fabulieren kann. Ein trauriger Tag für Bielefeld.